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Unterschied zwischen Empirismus und Rationalismus

Unterschied zwischen Empirismus und Rationalismus
In den zentralen philosophischen Strömungen der Neuzeit bilden sich, besonders zu Beginn der Aufklärung, zwei Wesentliche ab: der Empirismus und der Rationalismus....
In den zentralen philosophischen Strömungen der Neuzeit bilden sich, besonders zu Beginn der Aufklärung, zwei Wesentliche ab: der Empirismus und der Rationalismus. Sie gelten als die beiden signifikantesten Spielarten des Fundamentalimus. Letzterer wurde hauptsächlich von dem französischen Mathematiker und Philosophen René Descartes (1596-1650) beeinflusst, der mit seinen Meditationen und insbesondere dem damit verbundenen methodischen Zweifel, einen der Grundzüge der modernen Philosophie bestimmt und gleichzeitig das Fundament legt für eine neue, auf das Subjekt ausgerichtete Denkart. Er schuf als erster die Verbindung zwischen der Skepsis der Tradition und der Hochschätzung der Vernunft (ratio) und verband sie zu einem aufklärerischen Werk. Für den Empirismus steht der englische Philosoph und Staatsrechtler John Locke (1632-1704) als sein Hauptvertreter ein. Nach ihm ist reine Erfahrung die einzige Quelle menschlicher Erkenntnis. Worin aber liegen nun konkret die Unterschiede und differenzierten Sichtweisen der Philosophien? Dieser Fragestellung werde ich mich in diesem Essay widmen.Im Folgenden sollen nun in einem ersten Schritt diese beiden konträren philosophischen Standpunkte auf ihre Unterschiede hin untersucht und im Anschluss eine abschließende Stellungnahme versucht werden. Die beiden Positionen Rationalismus und Empirismus lassen sich basal auf folgende Formel herunterbrechen: „Alle Erkenntnis beruht auf der sinnlichen Wahrnehmung.” (Empirismus) und „Alle Erkenntnis beruht auf Verstand und Vernunft.” (Rationalismus). Der Rationalismus geht davon aus, dass sowohl Verstand als auch Vernunft bereits im Denken eines jeden Menschen verankert ist, also eingeborene Ideen existieren: Seine Hauptvertreter behaupten, dass aus reinen Prinzipien des Denkens der Aufbau der Wirklichkeit erkennbar ist. Verstand und Vernunft liefern das Gesamtmaterial von Erkenntnis im strengen Sinn (klar und deutlich). Ausgangspunkt ist für Descartes dabei der oben genannte methodische Zweifel, also die Suche nach dem nicht mehr anzuzweifelnden Ansatzpunkt, einem Axiom, das ihm als Fundament für weiterführende, sich ergebende Wahrheiten, dienen kann. Erster methodischer Gedanke Descartes’ hierbei ist, dass es für ein jedes Fundament vonnöten sei, sich bei Ansichten oder vermeintlichen Wahrheiten, die bezweifelbar sind, zu enthalten. Im zweiten methodischen Gedanken erörtert Descartes dann: „Da ja bei der Untergrabung der Fundamente alles, was darauf gebaut ist, von selbst zusammenstürzt, werde ich unmittelbar die Prinzipien selbst angreifen, auf die alles sich stützte, was ich früher für wahr hielt.” Daraus folgt Descartes’ These, nämlich dass sein Zweifel an den Sinnen, an empirischen Wissenschaften und sogar Arithmetik und Geometrie durch Sinnestäuschungen oder auch Träume begründet wird, in denen ein allmächtiger, täuschender und böser Gott (deus malignus/dieu trompeur) einwirkt. Im weiteren Verlauf seiner ersten Meditation (meditatio prima), in der Descartes alle bereits vermeintlich für wahr gehaltenen Annahmen umgestürzt hat, kommt er zu der Erkenntnis: Alsbald ich die Beobachtung, dass während ich so denken wollte, alles sei falsch doch notwendig ich der das dachte, irgend etwas denken müsse, und da ich bemerkte, dass diese Wahrheit „ich denke also, bin ich” so fest und sicher wäre, dass auch die… Skeptiker sie nicht zu erschüttern vermöchten, so konnte ich sie meinem Dafürhalten nach als das erste Prinzip der Philosophie, die ich suchte, annehmen. Im Akt des Denkens erfährt sich das Subjekt als „denkendes Ding” (res cogitans). Für Descartes bildet das Cogito-Argument, also das durch seine Überlegungen selbsterfahrene Selbstbewusstsein des Subjekts, ein Fundament auf dem er seine weitere Philosophie aufbauen will. Die gegenläufige Position des Rationalismus, der Empirismus setzt die Erfahrung als Grundlage des menschlichen Erkenntnisvermögens voraus. Sie nimmt an, dass wir unser Wissen über die Welt aus der Erfahrung nehmen und demnach nur einzelne Gegenstände und Phänomene wirklich sein können; der korrekte Vernunftgebrauch kann diese ordnen und deshalb induktive Schlüsse aus ihnen ziehen. Alle äußeren und inneren Wahrnehmungen liefern das gesamte Material der Erkenntnis. Dabei bildet die sinnliche Erfahrung ein wissensstiftendes Fundament der Erkenntnis. In seinem „Versuch über den menschlichen Verstand” (Essay concerning Human Understanding) wird Lockes Erkenntnistheorie entwickelt. In ihr sollen sowohl Ursprung und Grundlagen der menschlichen Erkenntnis dargelegt werden, als auch die Grenzen der Erkenntnisfähigkeit des Verstandes. Im Bewusstsein eines jeden sind Ideen (ideas) vorhanden, die ausschließlich aus der Erfahrung stammen. Er bestreitet die Annahme einer angeborenen Idee, wie sie etwa Descartes vertrat, sondern geht von der sogenannten tabula-rasa-Theorie aus, die besagt, dass der Verstand zu Beginn der menschlichen Existenz einem ungeschriebenen Blatt gleiche. Alle im Laufe der Zeit entstehenden Vorstellungen werden erst mit der Erfahrung gebildet, wobei aber das notwendige Potential dafür in jedem steckt. Entweder sind sie ein direkter Bestandteil der sinnlichen Wahrnehmung oder werden durch bestimmte mentale Operationen wie Abstraktionen, Vergleiche oder Kompositionen aus sinnlichen Vorstellungen gewonnen. Als wissensstiftendes Fundament müssen alle unsere Urteile letztlich mit Bezug auf sinnliche Erfahrung gerechtfertigt sein. Für Locke gibt es zwei grundlegende Quellen der Erkenntnis: die Erfahrung (experiences) und die Beobachtung (observation), oder: eine äußere und eine innere Selbstwahrnehmung (sensation/reflection): Nehmen wir also an, der Geist sei, wie man sagt, ein unbeschriebenes Blatt, ohne alle Schriftzeichen, frei von allen Ideen; wie erhält er seine Einrichtung? Wie gelangt er zu dem gewaltigen Vorrat an Ideen, womit ihn die geschäftige schrankenlose mit Phantasie des Menschen in nahezu unendlicher Mannigfaltigkeit ausgemalt hat? Woher hat er all das Material für sein Überlegen und seine Erkenntnis? Ich antworte darauf mit einem einzigen Worte: aus der Erfahrung (experience). Auf sie gründet sich unsere gesamte Erkenntnis, von ihr leitet sie sich letztendlich her. Unsere Beobachtung (observation), die entweder auf äußere sinnlich wahrnehmbare Objekte gerichtet ist oder auf innere Operationen des Geistes, die wir wahrnehmen und über die wir nachdenken, liefert unserem Verstand das gesamte Material des Denkens. Dies sind die beiden Quellen der Erkenntnis, aus denen alle Ideen entspringen, die wir haben oder natürlicherweise haben können. Es lässt sich also abschließend formulieren, dass beide fundamentalistischen Strömungen grundsätzlich gegensätzlicher Natur sind. Der am wichtigsten zu nennende Unterschied hierbei kann der Ansicht zugeschrieben werden, auf welche Art und Weise Wissen über die Welt erworben wird. Während bei Descartes angeborene Ideen eine Möglichkeit des Wissens im Voraus sicherstellen, ist in Lockes empirstischem Grundgedanken die tabula rasa existent, die es erforderlich macht, dass alle Erkenntnis mit der sinnlichen Erfahrung erworben wird. Gemeinhin überzeugt Descartes konkrete Gestalt eines Bildes vom Wissen heute nicht mehr: jedoch lassen sich zwei profunde und wertvolle Grundgedanken herausbilden: die Existenz eines Fundaments für unser Wissen und damit ein epistemisch wertvolles Gerüst; zum anderen eine Revolution im Denken, nämlich die, wie die zu Anfang genannte, Subjektivierung des philosophischen Denkens. Das seiner selbst bewusste Subjekt ist die Bedingung aller Moral und allen Wissens. Maximilian Knaup
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